Wärmstes Jahrzehnt seit Messbeginn

Das Klima der Schweiz wird von Jahrzehnt zu Jahrzehnt wärmer. Seit 1971 war jede Dekade wärmer als diejenige davor. Die soeben zu Ende gegangene Dekade 2011-2020 war im landesweiten Mittel 2,5 °C wärmer als die vorindustrielle Referenzperiode 1871-1900 und damit klar die wärmste Dekade seit Messbeginn 1864.

Wetter
Image: Pixino

Mit einer Abweichung von +2,5 °C zur vorindustriellen Referenzperiode 1871-1900 war die letzte Dekade landesweit die wärmste, wie die folgenden Abbildungen zeigen. Die sechs wärmsten Jahre seit Messbeginn 1864 wurden alle innerhalb des letzten Jahrzehnts registriert. 2018 und 2020 waren mit einer Abweichung von 3,0 °C zur vorindustriellen Referenzperiode die zwei wärmsten Jahre. Dahinter folgen 2015, 2011, 2014 und 2019. Auch die verbleibenden Jahre 2012, 2016 und 2017 zählen momentan noch zu den 20 wärmsten seit Messbeginn 1864 – die einzige Ausnahme ist 2013. Die vier kältesten Jahre in der Schweiz traten allesamt vor 1900 auf.

Die beobachtete Erwärmung ist zum grossen Teil menschgemacht, wird aber von natürlichen dekadischen Schwankungen überlagert. Umso eindrücklicher ist der ungebrochene Erwärmungstrend in der Schweiz seit den 1960er-Jahren. In den 50 Jahren zwischen dem dekadischen Durchschnitt für die Periode 1961-1970 und jenem von 2011-2020 betrug der Temperaturanstieg 2 °C. Damit folgt die Schweiz dem globalen Muster mit kontinuierlich wärmeren Jahrzehnten. Die Erwärmung hierzulande ist aber deutlich stärker als im globalen Mittel, allerdings weniger stark als in der Arktis oder dem nördlichen Polargebiet.

Klimaszenarien für die Zukunft zeigen, dass mit einer weiteren Erwärmung zu rechnen ist. Wie gross diese sein wird, hängt stark davon ab, ob weltweit konsequente Klimaschutzmassnahmen umgesetzt werden oder nicht (vgl. Blog Erwärmung 1864-2099).

Original Link

Categories