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Das Ozon-Problem ist noch nicht gelöst

Die Hitzewelle im Juni hat es deutlich gemacht: Trotz besserer Luftqualität wird der Ozon-Grenzwert im Sommer am Boden regelmässig überschritten. Sonniges und trockenes Wetter, wie es wegen des Klimawandels in der Schweiz häufiger wird, verstärkt die Belastung. Und das Ozonloch in der Stratosphäre schliesst sich trotz des Verbots von Fluorchlorkohlenwasserstoffen Ende der 1980er Jahre nur langsam. Um die negativen Auswirkungen auf Gesundheit, Vegetation und Klima zu verringern, sind weiterhin Massnahmen und eine globale Überwachung nötig, wie ein neues Faktenblatt der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz aufzeigt.

Ozone measurements in Davos
Ozone measurements in Davos
Ozone measurements in DavosImage: Fabrizio Vignali (PMOD/WRC)
Image: Fabrizio Vignali (PMOD/WRC)

Die Ozonschicht in der Stratosphäre schützt das Leben auf der Erde vor schädlicher UV-Strahlung. Seit dem Inkrafttreten des Montrealer Protokolls zum Schutz der Ozonschicht 1989 hat sich die Situation stabilisiert. Doch die Ozonschicht erholt sich nur langsam. Der Ausstoss von Distickstoffmonoxid, dem heute wichtigsten ozonabbauenden Stoff und zugleich einem starken Treibhausgas, nimmt zum Beispiel wegen des weltweit steigenden Düngereinsatzes dagegen zu. Der Klimawandel verändert die Dynamik der Atmosphäre und kann die Regeneration der Ozonschicht beeinträchtigen.

Der Klimawandel unterläuft Fortschritte der Luftreinhaltepolitik

Während die stratosphärische Ozonschicht uns schützt, belastet Ozon am Boden die Atemwege, schädigt Pflanzen und wirkt als Treibhausgas. Die Schweiz und ihre Nachbarländer haben den Ausstoss vieler Vorläufersubstanzen von bodennahem Ozon in den vergangenen Jahrzehnten deutlich reduziert. Dazu beigetragen haben strengere Vorschriften für Verbrennungsprozesse, die Lenkungsabgabe auf flüchtige organische Verbindungen, der Ersatz von Lösungsmitteln und eine verbesserte Abgasnachbehandlung. Dennoch überschreiten die Ozonkonzentrationen weiterhin regelmässig die Grenzwerte. Dies ist teilweise auf natürliche Prozesse und die komplexe photochemische Bildung zurückzuführen. Der Klimawandel verschärft die Situation: Höhere Temperaturen, häufigere und längere Hitzewellen, sonniges und trockenes Wetter begünstigen die Bildung bodennahen Ozons. Zusätzliche Massnahmen zur Reduktion von Ozonvorläufern und Treibhausgasen bleiben deshalb wichtig.

Die Schweiz liefert mit der weltweit längsten Messreihe wichtige Daten

Um die Wirkung von Massnahmen und die Entwicklung der Ozonschicht und des Boden-Ozons zu überwachen, muss das globale Monitoring weitergeführt werden. Mit ihrer hervorragenden Messinfrastruktur trägt die Schweiz entscheidend dazu bei. Die Schweizer Ozonmessreihe begann am 23. Juli 1926 in Arosa und wird heute in Davos am Physikalisch-Meteorologischen Observatorium Davos – World Radiation Center (PMOD/WRC) von MeteoSchweiz weitergeführt. Sie ist die weltweit längste Messreihe zur Ozonkonzentration vom Boden bis zur Stratosphäre. Während die Daten ursprünglich dazu dienten, zu erforschen, wie die ultraviolette Sonnenstrahlung Gesundheit und Klima beeinflusst, liefern sie heute wichtige Grundlagen für umweltpolitische Entscheidungen.

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Dr. Jörg Klausen
Federal Office of Meteorology and Climatology (MeteoSwiss)
Operation Center 1
8058 Zürich-Flughafen
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