• 06.12.2019
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Klimaextreme am dritten NCCS Forum

3. NCCS Forum
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3. NCCS Forum (Image: iStock)

Der Klimawandel wirkt sich nicht nur auf die Durchschnittstemperaturen aus, sondern auch auf die Intensität, Dauer und Häufigkeit von extremen Klimaereignissen wie Hitzewellen, Dürren oder Starkniederschlägen. Am dritten NCCS Forum in Bern mit dem Thema «Extreme heute und morgen» befassten sich 160 Teilnehmende deshalb mit den Veränderungen von Klimaextremen.

Der Klimawandel führt nicht nur zu steigenden Durchschnittstemperaturen, sondern auch zu einer Veränderung der Häufigkeit, Dauer und Intensität von Klimaextremen. Folgende Tendenzen sind wissenschaftlich gefestigt:

  • Hitzeextreme, Hitzestress und Hitzewellen werden häufiger und intensiver.
  • Sommerliche Trockenperioden nehmen zu.
  • Stark- und Extremniederschläge werden intensiver.
  • Kälteextreme und Kältewellen werden seltener.

Für andere Ereignisse wie beispielsweise Winterstürme, Hagel oder Tornados können noch keine Aussagen getroffen werden.

Solche Projektion von Klimaextremen unter dem Einfluss des Klimawandels sind die notwendige Grundlage, um zukünftige Risiken abschätzen und entsprechende Massnahmen ergreifen zu können.

NCCS Forum «Extreme heute und morgen»

An dieser Stelle wird ein Blick auf das dritte NCCS Forum «Extreme heute und morgen» spannend, das am 20. November 2019 in Bern stattfand. Denn das NCCS, seine Mitglieder und Partner erarbeiten ebensolche Informationen, die als wissenschaftliche Grundlage notwendig sind, um sich an den Klimawandel oder konkreter an sich verändernde Klimaextreme anzupassen.

Rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer befassten sich deshalb an diesem Vormittag damit, wie man zukünftig mit Klimaextremen umgehen soll und was hierfür notwendig ist. So führt der Klimawandel etwa dazu, dass ohne ausreichende Klimaschutzmassnahmen bis 2085 insbesondere im Mittelland mit einer stärkeren Vermehrung des Apfelwicklers gerechnet werden muss, der als einer der bedeutendsten Schädlinge im Obstanbau gilt. Im Rahmen des NCCS Themenschwerpunkts Hydro-CH2018 konnten die zukünftige Wasserknappheit, aber auch zukünftige Extreme von Gewässertemperaturen modelliert werden. Dies ist beispielsweise für die Landwirtschaft von Bedeutung, aber auch mit Blick auf Fischarten und weitere Organismen, die empfindlich auf Gewässertemperaturen reagieren. Die Frage nach Klimaextremen ist ebenfalls für den Bevölkerungsschutz relevant: Eine Studie konnte zeigen, dass insbesondere Oberflächenabflüsse von zentraler Bedeutung für die Einsätze von Schutz und Rettung Zürich sind. Durch dieses Wissen lassen sich nun Einsätze besser und langfristiger planen.

Anwenderinnen und Anwender von Klimadienstleistungen

Auch Personen, die solche Klimadienstleistungen in ihrer täglichen Arbeit verwenden, kamen zu Wort. Vertreten waren hierbei Sektoren wie Gesundheit, Versicherungen oder Forstwirtschaft. Schnell wurde klar, dass für unterschiedliche Bereiche unterschiedliche Extremereignisse wichtig sind: Während beispielsweise für die Gesundheit Hitzeextreme von zentraler Bedeutung sind, sind es für Versicherungen Schäden durch Hagel, Überflutung oder Sturm. Für die Forstwirtschaft lässt sich ein komplexes Bild zeichnen, da viele Faktoren wie Niederschlagsverteilung, Wurzelentwicklung und Bodenqualität Einfluss auf die Waldgesundheit haben und langfristigere Zeiträume betrachtet werden müssen.

In dem anschliessenden World Café diskutierten die Teilnehmenden in sechs Gruppen Themen wie beispielsweise die Kommunikation von Extremen, das Verhältnis zwischen extremen Einzelereignissen und schleichenden Veränderungen oder extreme sozioökonmische Entwicklungen. Diese Diskussionen leiteten dann auch zum Fazit über: Um Klimaextreme bewältigen zu können, ist die Orientierung an Nutzerbedürfnissen und eine entsprechend ausgerichtete Entwicklung neuer Diensleistungen notwendig. Gleichzeitig dürfen aber die Aufbereitung und die Kommunikation nicht ausser Acht gelassen werden. Die neuen hydrologischen Grundlagen zum Klimawandel sind beispielsweise ein Produkt, bei dem solche Überlegungen bereits einfliessen. Die Ergebnisse dieses Themenschwerpunkts des NCCS werden im Jahr 2020 vorgestellt.

Und damit lässt sich auch der Bogen zum am Nachmittag stattgefundenen 11. Symposium Anpassung an den Klimawandel spannen, das von ProClim organisiert wurde und sich den Grenzen der Anpassung widmete. Anpassungsmassnahmen sind notwendig, um unter anderem das Risiko durch Extremereignisse zu mindern. Gleichzeitig zeigen aber eben auch Klimaextreme die Grenzen von Anpassungsmöglichkeiten auf.

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Das dritte NCCS Forum widmete sich dem Thema «Extreme heute und morgen». Die Veranstaltung ging dabei der Frage nach, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse und Klimadienstleistungen wir haben und brauchen, um resilient zu bleiben und entsprechende klimakompatible Entscheidungen zu treffen.
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11. Symposium Anpassung an den Klimawandel
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11. Symposium Anpassung an den Klimawandel

Thema dieser Veranstaltung waren die Grenzen der Anpassung: Welche Einschränkungen technischer, gesellschaftlicher und naturräumlicher Art stehen erfolgreichen Anpassungsstrategien und -massnahmen im Weg? Zum Programm gehörten Plenumsvorträge und Workshops zur Vertiefung einzelner Aspekte. Angesprochen waren Fachleute aus Forschung, Verwaltung und Praxis. Das Symposium fand im Anschluss an das 3. NCCS Forum statt.
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