• 26.07.2018
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Extreme Regenarmut und Rekordwärme

Beitrag aus dem MeteoSchweiz Blog

Teaser: Hitzewelle
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Teaser: Hitzewelle
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Die Schweiz erlebt die niederschlagsärmste April-Juli-Periode seit fast 100 Jahren. Ähnlich niederschlagsarm von April bis Juli war es landesweit letztmals im Jahr 1921. Zum fehlenden Regen gesellt sich eine Rekordwärme, welche sogar jene aus dem Hitzejahr 2003 übertrifft.

Die ausgeprägte Niederschlagsarmut in der Schweiz dauert nicht erst ein paar Wochen, sondern setzte bereits im April ein. Über die vier Monate sind im landesweiten Mittel nur 65 Prozent des langjährigen Durchschnitts gefallen. Nördlich der Alpen erstreckt sich die Region mit den geringsten April-Juli-Niederschlagssummen vom nördlichen Kanton Aargau über die Kantone Zürich und Schaffhausen bis in den Kanton Thurgau. Hier fielen im flächigen Mittel nur 150 bis 200 mm. Das ist weniger als die Hälfte des langjährigen Durchschnitts. In diesen Gebieten fehlt die durchschnittliche Regenmenge von ganzen zwei Monaten. Im Alpeninnern gab es regional weniger als 150 mm, lokal auch weniger als 100 mm Regen. Auch hier fehlt die durchschnittliche Regenmenge von rund zwei Monaten.

Die Niederschlagsarmut seit April war kombiniert mit hohen Temperaturen. Die Schweiz registrierte mit 12 Grad, berechnet bis Ende Juli 2018, die wärmste April-Juli-Periode seit Messbeginn 1864. Der bisherige Rekordwert aus dem Hitzejahr 2003 erreichte 11.8 Grad. Die hohen Temperaturen sind neben der Regenarmut ausschlaggebend für die herrschende Trockenheit.

Seit der vorindustriellen Periode 1871‒1900 ist die April-Juli-Temperatur im landesweiten Mittel um 2 Grad angestiegen. Ein massiver Temperaturanstieg von 1.6 Grad zeigt sich von der Normperiode 1961‒1990 zur aktuell laufenden Normperiode 1991‒2020. Der Anstieg der Normtemperatur von 8.5 Grad auf 10.1 Grad weist eindrücklich auf die laufende Klimaänderung hin.

Das aktuelle Wettergeschehen offenbart ein recht typisches Sommerbild aus der erwarteten Zukunft. Die aus den Klimaszenarien hervorgehende weitere Temperaturzunahme wird die Verdunstung verstärken. Auch ohne Niederschlagsänderung ist in den nächsten Jahrzehnten entsprechend häufiger mit Sommertrockenheit zu rechnen. Die nach 2050 abnehmenden Sommerregenmengen werden die Problematik der Sommertrockenheit zusätzlich akzentuieren.

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