• 30.07.2018
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Das phänologische Beobachtungsnetz der Schweiz

Beitrag aus dem MeteoSchweiz Blog

Genfer Rosskastanie Knospe
Image: Etat de Genève
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Genfer Rosskastanie Knospe
Genfer Rosskastanie Knospe (Image: Etat de Genève)

Wie hängen Wetter und Vegetationsentwicklung zusammen? Welchen Einfluss darauf hat der Klimawandel? Die Phänologie befasst sich mit den saisonal wiederkehrenden Entwicklungs- und Wachstumsphasen der Lebewesen, den so genannten phänologischen Stadien oder Phänophasen wie Blüte, Blattverfärbung etc. Sie analysiert, welche Faktoren diese Phasen beeinflussen und ob sich die Eintrittstermine dieser Phasen von Jahr zu Jahr verändern oder nicht.

In der Schweiz wurden erste pflanzenphänologische Beobachtungen bereits im Mittelalter – zumeist von Mönchen – schriftlich festgehalten. Im Verlauf der Jahrhunderte hat man diese Zusammenhänge methodisch untersucht: Von 1869 bis 1882 betrieb der Berner Forstdienst bereits ein eigenes phänologisches Beobachtungsnetz, so wie auch andere europäische Länder in jener Zeit.

Das phänologische Beobachtungsnetz von MeteoSchweiz existiert seit 1951. Es deckt sämtliche Regionen und Höhenlagen unseres Landes ab und befasst sich mit Beobachtungen der Vegetation. Die Liste der zu beobachtenden Pflanzen basiert auf zahlreichen Kriterien: So müssen die Pflanzenarten insbesondere leicht identifizierbar und ihre Wachstumsphasen leicht erkennbar sein. Nur so sind die Beobachtungen mit geringem Aufwand verbunden und Verwechslungen ausgeschlossen. Ausserdem müssen die Arten ein grosses Verbreitungsgebiet – auch in Bezug auf verschiedene Höhenlagen – aufweisen.

Jede phänologische Untersuchung basiert auf der gewissenhaften Feldarbeit der Beobachterinnen und Beobachter vor Ort. Im Frühjahr und Herbst verändert sich die Vegetation am raschesten, so dass häufigere Untersuchungen notwendig sind. Die zu untersuchenden Pflanzen werden bis zu zwei- oder dreimal wöchentlich inspiziert und das Eintrittsdatum ihrer Phänophasen wird dabei so präzise wie möglich erfasst. An jedem Ort werden stets dieselben Exemplare oder Populationen untersucht, denn nur so können vergleichbare Daten generiert werden. Um festzustellen, wie die Vegetation auf den Klimawandel reagiert, sind lange Datenreihen nötig, die über viele Jahre hinweg erhoben wurden.

Mitmachen
In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt und der ETH Zürich hat GLOBE Schweiz eine partizipative Plattform erstellt: www.phaenonet.ch . Auf der Plattform können Interessierte eigene Daten eintragen, grafisch anzeigen lassen, mit anderen Daten vergleichen sowie Informationen rund um das Thema Phänologie abrufen. Die Plattform ermöglicht somit einer breiten Öffentlichkeit, sich zu beteiligen und einen wertvollen Beitrag zur ständigen Erweiterung des Datenspektrums zu leisten. Phaenonet.ch bietet auch die Chance, die Natur vor unserer Haustür besser kennen zu lernen.

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