• 12.01.2016
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Ertragsschere zwischen moderner und Bio-Landwirtschaft öffnet sich weiter

Ertragsvergleich konventioneller und biologischer Landwirtschaft
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Ertragsvergleich konventioneller und biologischer Landwirtschaft
Ertragsvergleich konventioneller und biologischer Landwirtschaft

Neue Zahlen aus Deutschland zeigen, dass sich der Ertragsunterschied zwischen moderner und Bio-Landwirtschaft weiter vergrössert hat. Über alle Kulturen gesehen, benötigen Bio-Betriebe mehr als die doppelte Fläche für den gleichen Ertrag als konventionelle Betriebe.

Die Humboldt Forum for Food and Agriculture e. V. (HFFA) hat Vergleichsbetriebsdaten der Jahre 2011/12 bis 2013/14 und 2007/08 bis 2009/10 verglichen. Die Zahlen zeigen, dass sich der ohnehin schon grosse Produktivitätsunterschied weiter vergrössert hat. Am grössten ist die Differenz bei Weizen. Biolandwirte ernten nur 43% der Menge ihrer konventionell arbeitenden Kollegen. Auch bei den anderen Getreiden sind die Erträge mehr als 50% geringer, bei Raps und Kartoffeln sind es ca. 45% weniger. Am kleinsten ist die Differenz bei Zuckerrüben, wo die konventionellen Betriebe auf der gleichen Fläche 21% mehr produzieren (vgl. Grafik).

Die Flächeneffizienz der modernen Landwirtschaft ist damit mehr als doppelt so hoch wie die der Bio-Landwirtschaft. Dieses Argument wird in der Diskussion um Vor- und Nachteile der beiden Anbausysteme meist kaum berücksichtigt. Das Problem lässt sich an folgendem (stark vereinfachten) Rechenbeispiel aufzeigen: Die landwirtschaftliche Nutzfläche Deutschlands beträgt etwas über 170’000 km2, davon werden knapp über 10’000 km2 biologisch bewirtschaftet. Um die gleiche Menge mit reiner Biolandwirtschaft zu produzieren, müssten die ca. 160’000 km2 konventionell bewirtschaftetes Ackerland verdoppelt werden. Dadurch würde die landwirtschaftliche Nutzfläche auf ca. 330'000 km2 erhöht. Allerdings beträgt die gesamte Fläche Deutschlands nur knapp 360'000 km2.

Die HFFA hält zudem fest, dass die moderne Landwirtschaft nicht nur Wohlfahrtsgewinne für Konsumenten und Landwirte hervorbringt, sondern im Verhältnis zur Erntemenge auch klimafreundlicher und energieeffizienter ist.

Für eine grössere Darstellung der Grafik bitte unterstehendem externen Link folgen.

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