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POLAR2018 in Davos – wo sich die drei Pole trafen

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POLAR2018 in Davos – wo sich die drei Pole trafen
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POLAR2018 in Davos – wo sich die drei Pole trafen
POLAR2018 in Davos – wo sich die drei Pole trafen (Image: ProClim)

Wie bringt man mehr als 2500 internationale Forscherinnen und Forscher in die Schweiz? Indem man in der höchsten Stadt der Alpen eine wissenschaftliche Konferenz organisiert zu den «drei Polen»: Antarktis, Arktis und hochalpine Gebirge. Eine bisher einmalige Sache.

Es war ein vielleicht einmaliger und sicherlich glücklicher Zufall, dass sich 2014 sowohl SCAR (Scientific Committee on Antarctic Research) als auch IASC (International Arctic Science Committee) für Davos als Kongressort und für einen gemeinsamen Kongress begeistern konnten. Üblicherweise sind die jährlichen IASC- bzw. zweijährlichen SCAR-Kongresse sowohl zeitlich als auch räumlich getrennt; nicht zuletzt, weil sich sowohl Feldsaison als auch Kultur dieser Organisationen unterscheiden. Dies sollte sich nun ändern.

Überwältigendes Echo auf «Call for Sessions»

Nach vielen produktiven und anstrengenden Sitzungen und zwei Wechseln bei den Direktoren der Organisationen folgte der «Call for Sessions» – eine erfreuliche Überraschung. Wir erhielten über 180 Vorschläge, mehrheitlich zu Themen aus der Antarktis und der Arktis, aber auch aus dem Themengebiet des «dritten Pols», der hochalpinen Gebirge. In enger Zusammenarbeit mit dem Organisationskomitee, der immer tatkräftigen Mithilfe der Konferenzmanagerin Anja Schilling Hoyle und den Symposiumsleiterinnen und -leitern wurden 12 übergreifende Themen bestimmt, mit insgesamt 65 Symposien. Die Forscherinnen und Forscher reichten dazu 2617 Vortrags- und Posterabstracts ein – eine überwältigende Anzahl, mit der aufgrund der bisherigen Konferenzerfahrungen niemand gerechnet hatte.

Die wissenschaftliche Konferenz POLAR2018 fand dann im Juni 2018 unter dem Patronat der SKPH (Schweizerische Kommission für Polar- und Höhenforschung) statt. Sie dauerte – zusammen mit den zahlreichen Geschäftssitzungen davor und danach – fast zwei Wochen. Insgesamt 2500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten die zahlreichen Vorträge und Posterpräsentationen – und dies in einer sehr interessierten und gelösten Stimmung, zu der nicht zuletzt der «Davos Spirit» und das zu Ausflügen lockende Wetter beitrugen.

Wissenschaft und Kunst kombiniert

Zusätzlich zum Austausch unter den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fanden auch Anlässe für die Öffentlichkeit statt. Eine «English Public Lecture» kombinierte ein hochkarätiges Wissenschaftspodium mit der Bühnendarbietung des Kalligraphiekünstlers Wang Xuyuang, um die Thematik der weltweit schmelzenden Schnee- und Eismassen aufzugreifen.

Auch die Veranstaltung «Dying Ice and Rising Seas: A Science – Art Piece on Climate Change» hat das Interesse beim nicht-wissenschaftlichen Publikum geweckt. Von der breiten Öffentlichkeit rege besucht wurden auch die von der SKPH organisierte Podiumsdiskussion zum Thema «Klimawandel in den Polargebieten – Warum sollte uns das in der Schweiz kümmern?» und die gleichzeitig stattfindende Verleihung des Prix de Quervain. Gewonnen hat den Preis Alexander Haumann für seine Doktorarbeit, in der er aufzeigt, dass die Meereisdynamik das Südpolarmeer trotz globaler Erwärmung kühlen kann.

Die morgendlichen Keynote-Sessions im grossen Konferenzsaal waren immer sehr zahlreich besucht, trotz der – wegen des vollen Programms – frühen Stunde. Dabei kamen die verschiedensten Themen der Polar- und Hochgebirgsforschung zur Sprache, von der Ozeanographie bis hin zu den sozialen und politischen Konsequenzen des Klimawandels. Die während der eigentlich freien Mittagstunden stattfindende Podiumsdiskussion «From Entering the Field to Taking the Helm, Women's Perspectives on Polar Research» fand in einem überfüllten Saal statt, was der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch tat.

Vollwertige Partnerin in der Polarforschung

Organisiert wurde der Kongress von einem internationalen wissenschaftlichen Organisationskomitee (ISOC) mit Mitgliedern aus der Schweiz, Deutschland, China, Island und dem Vereinigten Königreich sowie einem lokalen Organisationskomitee mit dem Chair Michael Lehning und unter der Federführung der WSL (Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft). Organisation und Durchführung des Kongresses waren sowohl eine Herausforderung als auch ein voller Erfolg. In zahlreichen informellen Gesprächen und formellen Sitzungen wurden nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse ausgetauscht, sondern auch die Grundlage für die Forschungsschwerpunkte der kommenden Jahre gelegt. Für die Schweiz und das neugegründete «Swiss Polar Institute» war die erfolgreiche Konferenz eine gute Möglichkeit, sich als vollwertige Partnerin in der Polarforschung zu präsentieren.

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