• 2016
  • Report

Stadtentwicklungsplan Klima KONKRET – Klimaanpassung in der wachsenden Stadt

Metropole im Klimawandel: Berlin treibt Anpassung voran

Stadtenwicklungsplan Klima
×
Stadtenwicklungsplan Klima
Stadtenwicklungsplan Klima

Rekordregen und nie dagewesene Hitzewellen – Berlin wird, wie viele Metropolen, absehbar von den Folgen des weltweiten Klimawandels getroffen. Im Auftrag des Senats hat deshalb ein vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) geleitetes Konsortium ein Konzept zur Anpassung an die Klimafolgen entwickelt, das heute vorgestellt wird. Es ist Teil einer Gesamtstrategie, zu der auch die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen zählt, mit dem Ziel der Klimaneutralität 2050. Wenn die Erwärmung erfolgreich begrenzt wird, lassen sich die größten Risiken verhindern, aber Folgen wie etwa eine Zunahme von Extremwettern sind bereits unvermeidlich.

Die ExpertInnen haben untersucht, in welchen Bereichen Berlin durch die wahrscheinlichen Klimaänderungen besonders verwundbar ist. Ziel ist, Schäden für Gesundheit und Vermögen der Stadtbewohner ebenso wie für die Infrastruktur, etwa Verkehrssystem und Energieversorgung, zu minimieren.

Trinkbrunnen und Trafo-Check: 86 Maßnahmen für „die wachsende Stadt“
Es wird empfohlen etwa die Rettungsdienste auszubauen und für Kindergärten, Altenheime, Krankenhäuser ein Frühwarnsystem für Hitzewellen zu etablieren. Im öffentlichen Raum müssten mehr Trinkbrunnen bereit gestellt werden, um der Dehydrierung vorzubeugen. Weil Grünflächen kühlen, sollten diese ertüchtigt werden, ebenso ist die Dachbegrünung auszubauen. Für Starkregen soll das Abwassersystem verändert werden – insbesondere soll mehr Regen dezentral versickern können, die ExpertInnen sprechen hier von der „Schwammstadt“. Weil bei mehr als 35 Grad Hitze manche Trafo-Stationen ausfallen können, muss die Berliner Energieversorgung in den „Klima-Check“. Die Unternehmen der Hauptstadt sollten in den Wärmeschutz ihrer Gebäude investieren, passive Kühlung wird auch im Wohnbereich auszubauen sein. Im Straßenbau müssen dauerhaft hitzeresistente Beläge eingesetzt werden. In geringerem Maße ergeben sich auch Chancen für Berlin – etwa beim Tourismus, und weil harte Winter seltener werden. Insgesamt 86 Maßnahmen listet das Anpassungskonzept auf.

Anpassung einbinden

Um die Umsetzung zu beschleunigen, setzt StEP Klima KONKRET auf Integration. Ziel ist eine Anpassung in Form von No-Regret-Maßnahmen, die auch ohne den Klimawandel sozial, ökonomisch und ökologisch sinnvoll sind.

Die Anpassung verlangt zudem einen interdisziplinären Ansatz: Sie geht alle Fachbereiche an – vom Wohnungsbau bis zur Verkehrs- oder Abwasserplanung. Referenzprojekte dienen als Vorbilder und Pilotvorhaben. Beispiele und Berechnungen liefern Argumentationshilfen, um die Akzeptanz von Anpassungsmaßnahmen zu erhöhen.

Source: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (2016): Stadtentwicklungsplan Klima KONKRET – Klimaanpassung in der wachsenden Stadt. Berlin: Stadtverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.

  • Topics
    • Climate (1051)
    • Climate change (903)
    • Science (431)
    • Energy (410)
    • Biodiversity (353)
    • show more
  • Organisations
    • ProClim (229)
    • FOEN (176)
    • OcCC - Advisory Body on Climate Change (124)
    • Swiss Academies of Arts and Sciences (117)
    • Future Earth (103)
    • show more