Climate change and impacts

IPCC AR5

Climate basics

Die Erdoberfläche hat sich im globalen Mittel seit mehreren Jahrzehnten aussergewöhnlich stark erwärmt. Die zunehmenden Emissionen an Treibhausgasen in die Atmosphäre durch die Verbrennung fossiler Brenn- und Treibstoffe – insbesondere von Kohlendioxid (CO2) – sowie die Abholzung tropischer Regenwälder und Veränderungen der Landnutzung beeinflussen den Strahlungshaushalt der Erde. Das Klimasystem besteht aber nicht nur aus der Atmosphäre, sondern wird auch von Ozean, Eis und Schnee, dem Boden, der Vegetation und den vom Mensch bewirtschafteten Landflächen beeinflusst. Diese Komponenten stehen in einem ständigen Austausch mit der Atmosphäre. Ändert sich einer dieser Teile, so ändern sich die andern auch. Das führt dazu, dass eine Erwärmung der Atmosphäre im ganzen System Änderungen bewirkt, die sich wiederum auf das Gesamtsystem auswirken. Es kommt also zu einer Reihe von Rückkopplungen, welche die ursprüngliche Änderung abschwächen oder verstärken können. Bei weiterhin steigenden Treibhausgasemissionen schreitet der menschgemachte Klimawandel auch künftig weiter fort. Insbesondere bei Extremereignissen ist mit einer Verstärkung zu rechnen. Die verursachten Veränderungen sowie das veränderte Klima werden über Jahrhunderte bestehen bleiben. (Quelle: Brennpunkt Klima Schweiz 2016)
"Klima Schweiz" Teaser Klimaportal

Climate in Switzerland

Gegenüber dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts (1864-1900) bis ins Jahr 2017 hat sich in der Schweiz die Durchschnittstemperatur um etwa 2.1 Grad Celsius erhöht (unter der Annahme, dass sich der Trend der letzten 30 Jahre fortsetzt). Das zukünftige Schweizer Klima wird zum einen von regionalen und globalen Trends beeinflusst, zum anderen spielen aufgrund der komplexen Topographie vermehrt lokale Faktoren eine gewichtige Rolle. Klimamodelle zeigen, dass die gesamtschweizerischen Temperaturen im Lauf des 21. Jahrhunderts signifikant ansteigen dürften. Zusammen mit diesen Änderungen ist auch mit häufigeren, intensiveren und länger anhaltenden Wärmeperioden und sommerlichen Hitzewellen zu rechnen, während die Zahl der kalten Wintertage und -nächte abnehmen dürfte. Zudem projizieren sie für die gesamte Schweiz eine Abnahme der mittleren Niederschläge im Sommer und für Teile der Schweiz eine Zunahme in den anderen Jahreszeiten, wobei diese Trends von kurz- und mittelfristigen natürlichen Schwankungen überlagert und für einige Jahrzehnte dominiert werden. (Quelle: Brennpunkt Klima Schweiz 2016)
Klimaszenarien Teaser Klimaportal

Swiss climate change scenarios

Der Klimawandel äussert sich nicht nur in einer Änderung der Temperatur, sondern auch bei anderen Grössen wie Niederschlag, Verdunstung, Wind- und Ozeanströmungen oder der Eis- und Schneebedeckung.
Earth

Global impacts

Der Klimawandel äussert sich nicht nur in einer Änderung der Temperatur, sondern auch bei anderen Grössen wie Niederschlag, Verdunstung, Wind- und Ozeanströmungen oder der Eis- und Schneebedckung. Auch werden nicht nur die Mittelwerte beeinflusst, sondern auch die zeitliche und räumliche Verteilung dieser Grössen sowie die Extremwerte oder Extremereignisse wie Hitzewellen, Starkniederschläge oder Trockenheit. Die Änderung all dieser Grössen wirkt sich dann auf viele Bereiche unseres Lebens und auf unsere Umgebung aus, zum Beispiel auf die Tier- und Pflanzenwelt, die Biodiversität, Ökosysteme und vieles mehr. Das Abschmelzen der Gletscher gehört mit zu den deutlichsten sichtbaren Indikatoren des Klimawandels. Aber auch Land- und Meeres- Ökosysteme zeigen bereits Veränderungen. Viele Arten haben ihre geographische Verbreitung, jahreszeitlichen Aktivitäten, Migrationsmuster, Häufigkeit und Arteninteraktion geändert. Die Regionen der Welt werden unterschiedlich betroffen sein; es wird Verlierer und Gewinner geben. Global gehören die Gefährdung der Nahrungsmittelsicherheit vor allem in ärmeren Regionen wie auch die Bedrohung der Küstenregionen durch Sturmfluten und durch den Anstieg des Meeresspiegels zu den potenziell schwerwiegenden Folgen.
Gletscher

Impacts on Switzerland

Die Temperatur ist über der Schweiz in den letzten 50 Jahren rund 1,6 Mal stärker angestiegen als die mittlere Temperatur über allen Landmassen der Nordhemisphäre und rund doppelt so stark wie im globalen Mittel. Die grössten direkten Herausforderungen des Klimawandels für die Schweiz sind einerseits Extreme wie Hitzewellen, Trockenperioden oder Starkniederschläge sowie weitere damit in Zusammenhang stehende Naturgefahren. Andererseits sind es schleichende – zum Teil irreversible – Veränderungen der Landschaften und Ökosysteme wie Gletscherschwund oder Veränderungen in der Biodiversität, der Wasserqualität sowie der Auswirkungen durch Schädlinge und Krankheiten. Diese Veränderungen wirken sich direkt auf die Gesellschaft (z. B. Gesundheit) und die Wirtschaft (z. B. Tourismus) aus und verursachen bereits heute Kosten. Zudem ist die Schweiz wirtschaftlich stark international vernetzt. Daher wird sie auch von indirekten Klimafolgen auf globaler Ebene betroffen sein, beispielsweise im Aussenhandel. (Quelle: Brennpunkt Klima Schweiz 2016)
Teaser Klimaportal Chancen Risiken

Risks and opportunities

Der Klimawandel betrifft Natur, Gesellschaft und Wirtschaft auf vielfältige Weise. Um die beschränkt verfügbaren Mittel effizient und effektiv einzusetzen, müssen Prioritäten gesetzt werden. Das erlaubt es Bund, Kantonen, Gemeinden und weiteren Betroffenen, Anpassungsmassnahmen koordiniert zu realisieren. Das Bundesamt für Umwelt hat 2017 für die Schweiz 12 Herausforderungen und rund 30 prioritäre Risiken und Chancen, welche die «Risikolandschaft» der Schweiz bei der Anpassung an den Klimawandel bilden, herausgearbeitet. Das Fazit der Analyse lautet: Es bestehen deutlich mehr prioritäre Risiken als Chancen. Mehrere Herausforderungen (insbes. Hitze, Naturgefahren, Krankheiten) betreffen die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung. Für Land- und Energiewirtschaft sowie Tourismus ergeben sich sowohl Risiken als auch Chancen. Auswirkungen des Klimawandels im Ausland auf Wirtschaft und Gesellschaft in der Schweiz müssen ebenso beachtet werden. Bedeutende Risiken sowie einige Chancen bieten sich für die Biodiversität. Gewisse Arten und Lebensräume gehören zu den Verlierern, andere zu den Gewinnern des Klimawandels. (Quelle: BAFU 2017: Klimabedingte Risiken und Chancen. Eine schweizweite Synthese. Bern, BAFU)