Partizipativ mit Naturgefahren umgehen
Naturgefahren sind hochaktuell. Sie stellen Politik, Raumgestaltung und Gesellschaft vor Herausforderungen – und fordern neue Perspektiven. Welche Rolle spielt dabei die Landschaft? Dieser Frage widmete sich das Forum Landschaft, Alpen, Pärke an einem Austausch mit seinem Beratungsgremium (Plenum).
Diesen und weitere Artikel finden Sie im Jahresbericht 2025 der SCNAT.
In ihrem Referat zeigte Franziska Schmid, Mitglied der Nationalen Plattform Naturgefahren PLANAT, die historische Entwicklung des Umgangs mit Naturgefahren von der Gefahrenabwehr zum integralen Risikomanagement auf. Anhand von zwei Beispielen, vorgestellt von Alma Sartoris und Martina Voser, diskutierten die Anwesenden danach, wie das Denken «von der Landschaft her» Verbindungen zu schaffen vermag, wo bislang Trennung war – zwischen Disziplinen, Sektoralpolitiken und Sichtweisen. So entwickelt im Valle Bavona ein partizipatives Projekt nach dem Unwetter 2024 eine zukunftsgerichtete Kulturlandschaft. Durch die Mitbeteiligung der Bevölkerung und das Aushandeln der Frage «Welche Landschaft möchten wir?» entsteht eine gemeinsame Vision, bei der die Landschaft Stifterin von Identität und Zeugin von Veränderungen ist. Auch der Wiederaufbau in Bondo nach dem Bergsturz 2017 wurde interdisziplinär angegangen. Der Prozess verdeutlichte, dass Landschaftsarchitektur helfen kann, statische Planungsansätze zu überwinden und Raum als dynamisches System zu denken.
Der Plenumsaustausch zeigte: Interdisziplinarität, gut gestaltete Partizipation und ein bewusster Umgang mit Sprache und Machtverhältnissen sind im Umgang mit Naturgefahren zentral. Den Landschaftsansatz stärker in Prävention und Risikodialog zu integrieren, lohnt sich damit allemal. So wird das Forum Landschaft, Alpen, Pärke das Thema weiter bearbeiten, unter anderem im Rahmen des 5. Schweizer Landschaftskongresses im September 2026.
Fabienne Frey
Contact
Lea Reusser
SCNAT
Forum Landscape, Alps, Parks (FoLAP)
House of Academies
PO Box
3001 Bern
Switzerland


