Starting with the origin of Switzerland's abundant water resources, the high amount of precipitation in the Alps, the web portal explains relevant hydrological, water management, social and environmental aspects of water.more

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Water exploitation, water use, water consumption

Rawyl dam (Tseuzier, Switzerland)
Rawyl dam (Tseuzier, Switzerland)
Rawyl dam (Tseuzier, Switzerland)Image: Bruno Schädler
Image: Bruno Schädler

Wasser wird in der Schweiz für vielfältige Zwecke genutzt. Nicht nur die Haushalte, auch Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft brauchen das kostbare Nass. Und aus Wasserkraft stammt mehr als die Hälfte des Schweizer Stroms. Mit unserer Wahl von Produkten und Nahrungsmitteln und unserem Umgang mit Trinkwasser können wir einen Beitrag zur weltweiten Schonung der Wasserressourcen leisten.

Es werden zwei Arten der Wasserentnahme unterschieden: der Wasserverbrauch und die Wassernutzung. Die Nutzung bezieht sich auf das Wasser, das für die Energiegewinnung oder Kühlung entnommen und nach Gebrauch sauber wieder in die Gewässer abgegeben wird. Mit Wasserverbrauch bezeichnet man die Wasserentnahmen, die verbraucht oder verschmutzt werden: Trinkwasser, Bewässerungswasser, Spülwasser, verdampfendes Kühlwasser oder Abwasser.

Wasserkraftwerke als grösste Wassernutzerinnen

Am meisten Wasser wird für die Produktion von Strom entnommen. Damit stellen die Wasserkraftwerke knapp 60 Prozent des in der Schweiz benötigten Stroms her, und zwar jährlich rund 37 TWh (Terawatt-Stunden). Vor allem im Alpenraum profitiert die Schweiz von der Kombination aus grosser Wasserverfügbarkeit und starken Höhengradienten. Durchschnittlich fliesst ein Wassertropfen zehn Mal durch eine Turbine, bevor er die Schweiz verlässt.

Das Wasser wird nach der Turbinierung wieder zurück ins Gewässer geleitet. Es steht nach der Nutzung zur Energieerzeugung also weiterhin anderen Nutzungen zur Verfügung. Nur auf der Restwasserstrecke (dem Gewässerabschnitt zwischen Stauwerk und Rückleitung) fehlt das Wasser.

Wasserverbrauch

Rund 140 Liter Wasser werden pro Tag und pro Person im Haushalt gebraucht. Der grösste Teil davon wird für Hygiene (WC-Spühlung, Duschen, Waschmaschine) verwendet. Der Haushaltsverbrauch deckt etwa die Hälfte der öffentlichen Trinkwasserversorgung respektive ein Viertel des gesamten Wasserverbrauchs in der Schweiz ab. Der Rest der jährlich rund 2 Billionen Liter (etwa zwei Mal das Volumen des Bielersees) werden in der Landwirtschaft und der Industrie für die Produktion von Lebensmitteln und Konsumgütern, die Kühlung oder für die Beschneiung verbraucht.

Bewässerung Landwirtschaft
Bewässerung LandwirtschaftImage: Pixabay
Bewässerung Landwirtschaft
Bewässerung LandwirtschaftImage: Pixabay

Woher kommt das Schweizer Trinkwasser? 40 Prozent sind Quellwasser, 40 Prozent werden aus dem LINK-Grundwasser gepumpt und 20 Prozent werden aus Oberflächengewässern – meist Seen – entnommen. Insbesondere das Seewasser benötigt eine zweistufige Aufbereitung bis zur Trinkwasserqualität. Ein Drittel des Trinkwassers wird einstufig aufbereitet, knapp die Hälfte gar nicht. Das Trinkwasser in der Schweiz weist also eine sehr hohe Qualität auf und kann mit Mineralwasser mithalten.

Damit braucht die Schweiz pro Person etwa 300 Liter Trinkwasser aus der offiziellen Trinkwasserversorgung und weitere 300 Liter Wasser aus sonstigen Quellen. Der Trinkwasserverbrauch pro Kopf ist in den letzten 30 Jahren zurückgegangen. Dies ist vor allem auf die Effizienzsteigerung von Waschmaschinen und anderen Haushaltsgeräten zurückzuführen, aber auch auf eine Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland. Denn der inländische Wasserverbrauch deckt nur einen kleinen Teil unseres tatsächlichen Wasserverbrauchs ab. Die Schweiz als Importland ist zusätzlich für einen grossen Wasserverbrauch im Ausland verantwortlich; mehr dazu auf der Seite virtuelles Wasser.

Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft

In der Schweiz haben sich die verschiedenen Wassernutzungen über Jahrhunderte eingespielt, auch dank der generell grossen Wasserverfügbarkeit. So sollen alle Nutzungskategorien Zugang zu Wasser haben und auch die Natur soll nicht zu kurz kommen. Mit dem Klimawandel (zunehmende Temperaturen, höherer Wasserbedarf und verschobene Muster der Wasserverfügbarkeit) gelangt dieses Gleichgewicht vor allem situativ (während Phasen ausgedehnter Trockenheit) und Regional (in Regionen mit knappen Wasserressourcen) an seine Grenzen. Auch der Ausbau der Wasserkraft im Zuge der Energiewende (Atomausstieg, Ausstieg aus fossilen Energien) belastet dieses Gleichgewicht. Deshalb ist auch in Zukunft die Arbeit an einem nachhaltigen und umfassend ausgeglichenen Wassermanagement unabdingbar.


Referenzen und weiterführende Literatur

Januar 2026, Basil Stocker, auf Basis des Berichts Wasser in der Schweiz – ein Überblick

Hydrologische Kommission der Schweiz (CHy): Wassernutzung und -verbrauch. In: Wasser erklärt. https://naturwissenschaften.ch/water-explained, SCNAT (hrsg.), [abgerufen am DD.MM.YYYY]