Ein Lied von Eis und Feuer
Vulkanismus, Klima und Mensch seit der letzten Eiszeit
Vulkanismus hat die Erde seit ihrer Entstehung geprägt und zur Bildung der Erdkruste, der Ozeane und der Atmosphäre beigetragen. Vulkanausbrüche können jedoch auch grosse Zerstörung und den Verlust von Menschenleben verursachen. Die grössten Vulkanausbrüche wirken sich sogar auf das globale Klima aus. Der Vortrag beleuchtet die akribische Detektivarbeit nach Spuren vergangener Vulkanausbrüche im ewigen Eis Grönlands und der Antarktis und anderer Klimaarchive. Löste die Laachersee-Eruption in der Eiffel den Kälterückfall der Jüngeren Dryas aus? Wann genau fand die minoische Eruption von Thera/Santorini statt? Gibt es Zusammenhänge zwischen Vulkanismus und Hungersnöten, Pandemien und dem Niedergang von Imperien und Dynastien? Mit einem einfach verständlichen Einblick in die aktuelle Eiskern- und Klimaforschung wird die Rolle von Vulkanausbrüchen für die Klima- und Menschheitsgeschichte beleuchtet.
Die Schweiz hat keinen einzigen aktiven Vulkan. Trotzdem findet die grösste wissenschaftliche Fachkonferenz der Vulkanologen (International Association of Volcanology and Chemistry of the Earth's Interior) heuer in Genf statt. Warum? Genf ist ein weltweit wichtiges Zentrum der internationalen Zusammenarbeit und in diesem Zusammenhang auch als «Internationales Genf» bekannt. Die internationalen Organisationen (u. a. UNO, WMO, WHO) setzen sich für eine sicherere, gerechtere, gesündere und wohlhabendere Welt ein. Krieg, Naturkatastrophen, Klima, Gesundheit, Abrüstung, Handel, Telekommunikation, Energie, Biodiversität und viele andere Themen werden in Genf behandelt. Darum ist es nur sinnvoll, dass sich auch die Vulkanologen in Genf versammeln, weil keine andere Naturgefahr solche umfassenden globalen Auswirkungen auf die Umwelt, die Ökosysteme und auf menschliche Gesellschaften hat wie massive Vulkanausbrüche.
Autor: Michael Sigl
Pages: 58-81

